Freudenstadt

Sandra und Alex lokale Guides im Schwarzwald
Von Sandra & Alex • Insider-Update 2026
Eure lokalen Guides aus Baden-Baden mit echten Tipps.
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Wer die Schwarzwaldhochstraße von Baden-Baden aus fährt, landet am Ende in Freudenstadt. Nicht zufällig – die Stadt war schon immer ein Zielpunkt. Für Biker ist sie der logische Abschluss einer Tour über die B500, für Wanderer die Basis für den Nordschwarzwald, für Kurgäste der heilklimatische Kurort auf 732 Metern. Und für alle anderen: der Ort mit dem größten umbauten Marktplatz Deutschlands.

Wir sind bald vor Ort und bringen eigene Fotos mit. Bis dahin findet ihr hier alles was ihr über Freudenstadt wissen müsst – die Geschichte die man kennen sollte, was sich wirklich lohnt und warum diese Stadt mehr ist als ein Stopp am Ende der Hochstraße.

Infografik Freudenstadt Schwarzwald: Marktplatz, Sehenswürdigkeiten und Tipps 2026
📍 Lage: Nordschwarzwald, Ende der B500
🏔️ Höhe Marktplatz: 732 m über NN
🏔️ Höchster Punkt: 968 m (Kienberg)
👥 Einwohner: ca. 24.500
🚗 Von Baden-Baden: ca. 60 km über B500
🚂 Bahn: Regionalbahn nach Stuttgart, Stadtbahn nach Karlsruhe
📐 Marktplatz: 219 × 216 Meter
🎟️ Marktplatz: kostenlos zugänglich
🐕 Hunde: willkommen in der Stadt
🏊 Panoramabad: Rutschturm & Sauna

Anfahrt nach Freudenstadt: Das Ende der Schwarzwaldhochstraße

Für uns ist Freudenstadt kein zufälliges Ziel – es ist der natürliche Endpunkt der Schwarzwaldhochstraße. Wer von Baden-Baden auf die B500 fährt, über den Mummelsee, den Ruhestein und Kniebis, landet nach rund 60 Kilometern und eineinhalb Stunden direkt in Freudenstadt. Die gesamte Strecke ist eine der schönsten Motorradstrecken Deutschlands. Als Abschluss dieser Tour ist Freudenstadt ideal.

Mit dem Auto kommt man alternativ über die A81 Ausfahrt Horb oder über die A5 Ausfahrten Rastatt oder Appenweier. Von Karlsruhe und Stuttgart gibt es gute Bahnverbindungen: die Stadtbahn fährt von Karlsruhe direkt nach Freudenstadt, die Regionalbahn aus Stuttgart. Der Bahnhof liegt zentral, der Marktplatz ist zu Fuß erreichbar.

🔭 Unser Tipp für Biker: Die Route Baden-Baden → Schwarzwaldhochstraße → Freudenstadt ist eine der klassischen Tagestouren im Schwarzwald. Hinfahrt über die B500 mit Stopp am Mummelsee und Ruhestein, Mittagessen in Freudenstadt, Rückfahrt über Baiersbronn und Forbach. Das sind rund 150 Kilometer und ein perfekter Tag.
☀️ SommerHochsaison für Biker auf der B500. Freudenstadt als Zielpunkt belebt, Marktplatz mit Fontänen und Außengastronomie. Wanderwege in allen Schwierigkeiten offen. Freudenstädter Bähnle im Betrieb.
❄️ WinterKniebis und höhere Lagen mit Schnee, Skigebiet aktiv. Freudenstadt ruhiger aber nicht ausgestorben. Panoramabad als wetterfeste Alternative. Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz im Advent.

Geschichte von Freudenstadt: Von der Pest bis zum Wunder

Freudenstadt wurde 1599 gegründet – eine verhältnismäßig junge Stadt. Aber die Geschichte des Ortes beginnt früher. Ab etwa 1100 gab es Gehöfte und Klöster auf dem Hochplateau des Nordschwarzwaldes, und im frühen 16. Jahrhundert machten Erzvorkommen das Gebiet strategisch interessant. Das Herzogtum Württemberg sicherte sich nach und nach die Kontrolle.

Herzog Friedrich I. beauftragte 1599 den Baumeister Heinrich Schickhardt mit dem Entwurf einer Residenzstadt für 3.500 Menschen. Zum Vergleich: Berlin hatte zu dieser Zeit rund 6.000 Einwohner. Am 2. Mai 1601 gab der Herzog der Stadt bei der Grundsteinlegung der Stadtkirche persönlich ihren Namen. Nur sieben Jahre später starb er – und mit ihm die Idee eines Schlosses in der Mitte des Marktplatzes.

Was folgte, war kein leichtes Jahrhundert. 1610 traf eine Pestwelle die Stadt. 1632 zerstörte ein großes Feuer weite Teile der Innenstadt. Während des Wiederaufbaus wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg geplündert. Freudenstadt kannte in seiner frühen Geschichte mehr Rückschläge als viele andere Städte.

Der Aufschwung und das Ende des Krieges

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann ein touristischer Aufschwung, eng verknüpft mit dem Visionär Alfred Hartranft. Grand Hotels entstanden, berühmte Gäste kamen. 1937 zählte die Stadt 65.000 Besucher, 1939 erhielt sie das Prädikat Heilklimatischer Luftkurort. Dann kam der Krieg.

In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 brannte fast die gesamte Stadt nieder. Die vorrückenden französischen Truppen zerstörten die strategischen Verkehrswege – und mit ihnen den Großteil der Innenstadt. Was dann geschah, nennt man bis heute das Wunder von Freudenstadt: Ein beispielloser Wiederaufbau auf historischer Grundlage. Bereits 1950 wurde die Stadtkirche wiedereingeweiht. 1954 das Rathaus – keine zehn Jahre nach Kriegsende war die Stadt wieder aufgebaut.

💡 Wissenswert: Freudenstadt ist seit 2020 auch Hochschulstandort. Der Campus Schwarzwald, ein Ableger der Universität Stuttgart, ermöglicht akademische Abschlüsse mitten im Schwarzwald. Eine wunderbare Umgebung zum Studieren.

Der Marktplatz: Deutschlands größter umbauter Platz

Der Freudenstädter Marktplatz misst 219 mal 216 Meter und ist damit der größte umbaute Marktplatz in Deutschland. Entworfen 1599 von Heinrich Schickhardt nach dem Vorbild eines Mühlbrettspiels, von oben sieht der Grundriss tatsächlich so aus. Der Platz wird von Straßen durchkreuzt und ist in drei Teile gegliedert: Oberer Marktplatz, Unterer Marktplatz und Postplatz.

Ursprünglich war in der Mitte des Platzes ein Schloss geplant. Der Tod von Herzog Friedrich I. verhinderte diesen Plan. Übrig blieb der freie Platz – und die Arkadengänge die ihn auf allen Seiten umrahmen. Diese Arkaden sind eines der besonderen Merkmale von Freudenstadt. Bei jedem Wetter kann man unter ihnen entlang schlendern, in die Cafés und Läden schauen, ohne einen Regentropfen abzubekommen.

Auf dem Marktplatz steht seit 1866 ein Mammutbaum. König Wilhelm I. von Württemberg hatte 1864 Samen aus Kalifornien kommen lassen, in der Wilhelma in Stuttgart aufgezogen und dann über das Land verteilt. Der Freudenstädter Mammutbaum ist heute kaum zu übersehen – Mammutbäume können über 100 Meter hoch werden und zählen zu den höchsten Bäumen der Welt.

Im Sommer springen auf dem Marktplatz 50 Wasserfontänen direkt aus dem Boden. Kinder rennen hindurch, Erwachsene laufen barfuss am Rand entlang. Das ist Freudenstadt im Juli: laut, belebt, unbeschwert.

🔭 Geheimtipp: Den besten Blick auf den Marktplatz und das Mühlbrett-Muster des Stadtgrundrisses hat man vom Friedrichsturm auf dem Kienberg. Der kleine Aussichtsturm auf dem Hausberg der Stadt zeigt auch den Schwarzwald bis zum Horizont. Aufstieg zu Fuß oder mit dem Auto, der Turm ist frei zugänglich.

Sehenswürdigkeiten in Freudenstadt

Stadtkirche am Marktplatz

Die Stadtkirche steht in der Ecke des Marktplatzes und ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Ihr Grundstein wurde 1601 gelegt, beim Brand 1945 schwer beschädigt und bereits 1950 wiedereingeweiht. Im Inneren befindet sich ein romanisches Lesepult aus dem 12. Jahrhundert, eines der ältesten Kunstwerke der Region. Der Eintritt ist kostenlos.

Friedrichsturm auf dem Kienberg

Der Kienberg ist der Hausberg von Freudenstadt und steigt bis auf 968 Meter an. Auf dem Gipfel steht der Friedrichsturm, ein kleiner Aussichtsturm mit freiem Blick über die Stadt, den Marktplatz und den Nordschwarzwald. Zu Fuß vom Stadtzentrum ist es ein schöner Aufstieg von rund 45 Minuten. Mit dem Auto fährt man fast bis oben.

Freudenstädter Bähnle

Das grün-weiße Bähnle fährt im Sommer durch die Stadt und gibt einen entspannten Überblick über Marktplatz, Arkaden und Umgebung. Besonders bei Kindern beliebt. Abfahrt am Marktplatz, Fahrplan vor Ort oder auf der Website der Touristinfo prüfen.

Historisches Besucherbergwerk

Die Erzvorkommen die einst die württembergischen Herzöge anlockten, kann man im historischen Besucherbergwerk der Region selbst erkunden. Ein Ausflug der zeigt warum Freudenstadt überhaupt entstanden ist.

Ellbachsee bei Kniebis

Im Stadtteil Kniebis auf fast 1000 Metern Höhe liegt der Ellbachsee, einer der Karseen des Schwarzwaldes. Von der Tourist-Information Kniebis direkt an der B500 führt eine kurze Wanderung zur Aussichtsplattform mit Blick auf den See. Ein schöner Stopp auf dem Weg von der Schwarzwaldhochstraße nach Freudenstadt.

Wandern und Outdoor rund um Freudenstadt

Das Stadtgebiet von Freudenstadt hat durch seine Höhenlage viele Wandermöglichkeiten mit Ausblicken. Markierte Wanderwege führen durch Wälder, über Hügel und zu Aussichtspunkten. Dazu kommen Radwege und Reitwege in allen Schwierigkeitsstufen.

Berghütte Lauterbad

Lauterbad ist ein Stadtteil von Freudenstadt mit eigenem Charme und der gleichnamigen Berghütte. Ein schönes Wanderziel mit Einkehrmöglichkeit und Ausblick über die Täler. Die Hütte ist Ausgangspunkt für weitere Touren in den Nordschwarzwald. Im Winter gibt es in Lauterbad auch einen Skilift.

Von Freudenstadt aus sind viele weitere Schwarzwald-Highlights gut erreichbar. Baiersbronn mit seinen Spitzenköchen und Panoramawanderwegen liegt nur sechs Kilometer entfernt. Die Allerheiligen-Wasserfälle und die Klosterruine sind in rund 50 Minuten zu erreichen.

🔭 Geheimtipp Vogteiturm Loßburg: Nur wenige Kilometer von Freudenstadt entfernt steht in Loßburg ein frei zugänglicher Aussichtsturm mit Panoramablick über den Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb. Kaum bekannt, kaum besucht, dafür umso ruhiger.

Freudenstadt mit Kindern

Freudenstadt ist ein ausgezeichnetes Familienziel. Der Marktplatz mit den Wasserfontänen im Sommer ist für Kinder ein freies Spielfeld. Das Freudenstädter Bähnle begeistert jüngere Kinder, und der Spielplatz in der Nähe des Marktplatzes gibt ausreichend Gelegenheit zum Toben.

Das Panoramabad ist bei schlechtem Wetter die perfekte Alternative. Rutschturm, Wellenbad, Schwimmbecken und eine großzügige Saunalandschaft für die Eltern. Eintrittspreise vorab prüfen, es gibt verschiedene Tickets für unterschiedliche Bereiche.

Das historische Besucherbergwerk gibt Kindern einen spannenden Einblick in die Geschichte der Erzförderung im Schwarzwald. Eine gute Kombination mit einem Marktplatz-Besuch am Vormittag.

💡 Tipp für einen Familientag: Morgens Marktplatz und Fontänen, Mittagessen unter den Arkaden, nachmittags Bähnle-Fahrt und Spielplatz, bei schlechtem Wetter Panoramabad als Puffer. Das füllt einen Tag mühelos.

Häufig gestellte Fragen zu Freudenstadt

Was unternimmt man in Freudenstadt?

In Freudenstadt lohnt sich ein Bummel durch die Arkadengänge rund um den größten Marktplatz Deutschlands, eine Fahrt mit dem Freudenstädter Bähnle, der Aufstieg auf den Friedrichsturm für den Blick über die Stadt und den Schwarzwald, eine Wanderung zur Berghütte Lauterbad und bei schlechtem Wetter ein Besuch im Panoramabad mit Rutschturm und Sauna.

Für was ist Freudenstadt bekannt?

Freudenstadt ist bekannt als Ende der Schwarzwaldhochstraße, für den größten umbauten Marktplatz Deutschlands mit 219 mal 216 Metern, die historischen Arkadengänge, den Mammutbaum auf dem Marktplatz und das sogenannte Wunder von Freudenstadt: der vollständige Wiederaufbau der 1945 zerstörten Stadt bis 1954.

Was ist das Wunder von Freudenstadt?

Das Wunder von Freudenstadt bezeichnet den beispiellosen Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 brannte fast die gesamte Stadt nieder. Bereits 1950 wurde die Stadtkirche wiedereingeweiht, 1954 das Rathaus eingeweiht – der komplette Wiederaufbau war keine zehn Jahre nach Kriegsende abgeschlossen.

Hat Freudenstadt eine Fußgängerzone?

Ja, Freudenstadt hat eine Fußgängerzone in der Innenstadt sowie die Arkadengänge rund um den Marktplatz die zu jeder Witterung für einen Spaziergang geeignet sind. Die Arkaden sind eines der besonderen Merkmale der Stadt.

Wie kommt man von der Schwarzwaldhochstraße nach Freudenstadt?

Freudenstadt liegt am südlichen Ende der Schwarzwaldhochstraße B500. Von Baden-Baden fährt man die B500 über Mummelsee, Ruhestein und Kniebis direkt nach Freudenstadt. Die gesamte Strecke ist rund 60 Kilometer lang und dauert ohne Pausen etwa eineinhalb Stunden.

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