Rastatt 2026: Barockschlösser, Murgtal & Tipps für die Barockstadt
Rastatt ist ein Geheimtipp – und das sagen wir als Menschen aus Baden-Baden, zwölf Kilometer weiter südlich. Die Barockstadt am Rand des Schwarzwaldes hat zwei prächtige Schlösser, ein tiefes Tal das direkt in den Schwarzwald führt und eine Lage die kaum besser sein könnte: zwischen Karlsruhe im Norden, Baden-Baden im Süden und dem Rhein im Westen.
Sandra
Die Einsiedler Kapelle in Rastatt ist ein originalgetreuer Nachbau einer berühmten Schweizer Wallfahrtskapelle. Kaum jemand kennt sie — dabei ist sie einer der ungewöhnlichsten Orte der ganzen Region.
Das Residenzschloss wurde von 1700 bis 1707 erbaut und ist seitdem vollständig erhalten. 326 Jahre ohne Abriss, ohne Umbau. Das ist im Barock eine absolute Ausnahme.
Alex
Nordwestlicher Schwarzwald, Oberrheingraben
ca. 50.000
erbaut 1700–1707
Lustschloss, erbaut 1710–1730
ca. 12 km, 15 Minuten
ca. 25 km, 20 Minuten
direkte Verbindung Karlsruhe–Basel
123 m ü. NN
Murg mündet bei Rastatt in den Rhein
ca. 6 km westlich
Anfahrt nach Rastatt und Lage
Rastatt liegt direkt an der Autobahn A5 zwischen Karlsruhe und Baden-Baden. Von Karlsruhe sind es 25 Kilometer nach Süden, von Baden-Baden 12 Kilometer nach Norden. Mit dem Auto ist man von beiden Städten in unter 20 Minuten in Rastatt.
Mit dem Zug liegt Rastatt an der internationalen Strecke Karlsruhe–Basel. Fernzüge halten selten in Rastatt selbst, aber vom Fernverkehrshalt Baden-Baden sind es nur wenige Minuten Regionalzug nach Rastatt. Von Karlsruhe aus dauert die Zugfahrt elf Minuten.
Das Stadtzentrum ist komplett flach und gut zu Fuß erkundbar. Vom Bahnhof bis zum Residenzschloss sind es rund zehn Gehminuten.
Zwei Barockschlösser: Residenz und Schloss Favorite
Rastatt hat etwas das die meisten Städte dieser Größe nicht haben: zwei vollständig erhaltene Barockschlösser. Beide gehen auf das Ehepaar Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden – der sogenannte Türkenlouis – und Markgräfin Sibylla Augusta zurück.
Residenzschloss Rastatt
Das Residenzschloss steht mitten im Stadtzentrum und wurde von 1700 bis 1707 nach dem Vorbild von Schloss Versailles errichtet. Es ist seit seiner Fertigstellung vollständig erhalten – ein seltenes Glück für ein Gebäude dieses Alters. Die prächtige Fassade, der große Ehrenhof und die weitläufigen Gartenanlagen dahinter machen das Schloss zur dominierenden Sehenswürdigkeit der Stadt. Im Inneren gibt es Dauerausstellungen zur Geschichte des Hauses Baden und zur Militärgeschichte der Region. Öffnungszeiten und Eintrittspreise vorab prüfen.
Schloss Favorite
Gut fünf Kilometer vom Residenzschloss entfernt liegt das Schloss Favorite im Grünen vor den Toren der Stadt. Das Lustschloss wurde von 1710 bis 1730 im Auftrag der Markgräfin Sibylla Augusta gebaut – als privater Rückzugsort abseits der Residenz. Das Schloss ist für seine reiche Innenausstattung bekannt, vor allem die Porzellan- und Fayencesammlung ist bemerkenswert. Die weitläufigen Parkanlagen rund um das Schloss laden zu Spaziergängen ein.
Beide Schlösser sind von innen und außen zu besichtigen. Wer die fünf Kilometer zwischen ihnen zu Fuß zurücklegt, spaziert am Ufer der Murg entlang – eine der schönsten Strecken in Rastatt.
Innenstadt: Kapellen, Parks und verborgene Highlights
Neben den beiden Schlössern hat Rastatt weitere Sehenswürdigkeiten die weniger bekannt aber sehr sehenswert sind.
Die Einsiedler Kapelle ist ein originalgetreuer Nachbau der berühmten Wallfahrtskapelle Maria Einsiedeln in der Schweiz. Markgräfin Sibylla Augusta war eine große Verehrerin der Schweizer Kapelle und pilgerte mehrfach dorthin. Um den langen Weg zu vermeiden ließ sie den Nachbau für Rastatt beauftragen. Das Ergebnis ist eine der ungewöhnlichsten Kapellen im Schwarzwald.
Die Pagodenburg mit dem historischen Wasserturm ist ein weiteres Beispiel für den barocken Gestaltungswillen des 18. Jahrhunderts in Rastatt. Der jüdische Friedhof gehört zu den gut erhaltenen historischen Friedhöfen der Region. Das historische Fischereiboot Heini liegt in den Rheinauen und erinnert an die Fischerei auf dem Rhein als wichtigen Wirtschaftszweig vergangener Jahrhunderte.
Das Murgtal: Tor zum Schwarzwald
Wer von Rastatt aus der Murg folgt, ist in wenigen Minuten im Schwarzwald. Das Murgtal ist eines der beeindruckendsten Täler im Nordschwarzwald – bis zu 700 Meter tief, eng und wild. Ab der Stadtgrenze steigen die Talhänge auf beiden Seiten an und man taucht direkt in den Wald ein.
Gaggenau, Gernsbach und Forbach liegen entlang der Murg und zeigen mit ihrer Architektur sofort dass man nun im Schwarzwald ist. Gernsbach ist ein besonders schöner Ort mit gut erhaltener Altstadt direkt am Fluss. Forbach liegt tiefer im Tal mit dem charakteristischen Holzbrücke-Wahrzeichen.
Der Murgtaler Radweg verbindet Rastatt mit Freudenstadt auf rund 70 Kilometern entlang des Flusses. Wer ein Wochenende Zeit hat, fährt das Tal hinauf und kommt mit der Bahn zurück – die Murgtalbahn fährt dieselbe Strecke.
Was ihr von Rastatt aus erkunden könnt
Baden-Baden ist nur zwölf Kilometer entfernt – das UNESCO-Welterbe mit Caracalla Therme, Friedrichsbad, Lichtentaler Allee und Spielcasino ist der naheliegendste Tagesausflug von Rastatt aus.
Karlsruhe liegt 25 Kilometer nördlich mit Barockschloss, ZKM und Durlach. Mit dem Zug sind es elf Minuten.
Straßburg auf der anderen Rheinseite ist in unter einer Stunde erreichbar. Sprache, Küche und Stadtbild wechseln schlagartig – ein Kontrast der erfrischt.
Im Schwarzwald: Baiersbronn ist das Gourmet-Dorf mit der höchsten Michelin-Sterndichte außerhalb von Großstädten. Die Hornisgrinde als höchster Gipfel des Nordschwarzwaldes ist in rund einer Stunde erreichbar. Mummelsee und Schwarzenbachtalsperre liegen ebenfalls in der Nähe.
Häufig gestellte Fragen zu Rastatt
Für was ist Rastatt bekannt?
Welche Autos werden in Rastatt gebaut?
Wie weit ist Rastatt von Baden-Baden entfernt?
Was gibt es im Murgtal zu sehen?
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