Freudenstadt — Das Ende der Schwarzwaldhochstraße
Wer die Schwarzwaldhochstraße von Baden-Baden aus fährt, landet am Ende in Freudenstadt. Für Biker der logische Abschluss einer Tour über die B500, für Wanderer die Basis für den Nordschwarzwald — und für alle anderen: der Ort mit dem größten umbauten Marktplatz Deutschlands.
Sandra
Im Sommer springen auf dem Marktplatz 50 Wasserfontänen direkt aus dem Boden. Kinder rennen hindurch, Erwachsene laufen barfuß am Rand entlang. Das ist Freudenstadt im Juli: laut, belebt, unbeschwert.
Der Marktplatz misst 219 × 216 Meter und ist damit der größte umbaute Marktplatz in Deutschland. Entworfen 1599 von Heinrich Schickhardt — von oben sieht der Grundriss aus wie ein Mühlbrettspiel.
Alex
Nordschwarzwald, Ende der B500
732 m über NN
968 m (Kienberg)
ca. 24.500
ca. 60 km über B500
Regionalbahn nach Stuttgart, Stadtbahn nach Karlsruhe
219 × 216 Meter
kostenlos zugänglich
willkommen in der Stadt
Rutschturm & Sauna
Anfahrt nach Freudenstadt: Das Ende der Schwarzwaldhochstraße
Für uns ist Freudenstadt kein zufälliges Ziel – es ist der natürliche Endpunkt der Schwarzwaldhochstraße. Wer von Baden-Baden auf die B500 fährt, über den Mummelsee, den Ruhestein und Kniebis, landet nach rund 60 Kilometern und eineinhalb Stunden direkt in Freudenstadt. Die gesamte Strecke ist eine der schönsten Motorradstrecken Deutschlands. Als Abschluss dieser Tour ist Freudenstadt ideal.
Mit dem Auto kommt man alternativ über die A81 Ausfahrt Horb oder über die A5 Ausfahrten Rastatt oder Appenweier. Von Karlsruhe und Stuttgart gibt es gute Bahnverbindungen: die Stadtbahn fährt von Karlsruhe direkt nach Freudenstadt, die Regionalbahn aus Stuttgart. Der Bahnhof liegt zentral, der Marktplatz ist zu Fuß erreichbar.
Geschichte von Freudenstadt: Von der Pest bis zum Wunder
Freudenstadt wurde 1599 gegründet – eine verhältnismäßig junge Stadt. Aber die Geschichte des Ortes beginnt früher. Ab etwa 1100 gab es Gehöfte und Klöster auf dem Hochplateau des Nordschwarzwaldes, und im frühen 16. Jahrhundert machten Erzvorkommen das Gebiet strategisch interessant. Das Herzogtum Württemberg sicherte sich nach und nach die Kontrolle.
Herzog Friedrich I. beauftragte 1599 den Baumeister Heinrich Schickhardt mit dem Entwurf einer Residenzstadt für 3.500 Menschen. Zum Vergleich: Berlin hatte zu dieser Zeit rund 6.000 Einwohner. Am 2. Mai 1601 gab der Herzog der Stadt bei der Grundsteinlegung der Stadtkirche persönlich ihren Namen. Nur sieben Jahre später starb er – und mit ihm die Idee eines Schlosses in der Mitte des Marktplatzes.
Was folgte, war kein leichtes Jahrhundert. 1610 traf eine Pestwelle die Stadt. 1632 zerstörte ein großes Feuer weite Teile der Innenstadt. Während des Wiederaufbaus wurde die Stadt im Dreißigjährigen Krieg geplündert. Freudenstadt kannte in seiner frühen Geschichte mehr Rückschläge als viele andere Städte.
Der Aufschwung und das Ende des Krieges
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann ein touristischer Aufschwung, eng verknüpft mit dem Visionär Alfred Hartranft. Grand Hotels entstanden, berühmte Gäste kamen. 1937 zählte die Stadt 65.000 Besucher, 1939 erhielt sie das Prädikat Heilklimatischer Luftkurort. Dann kam der Krieg.
In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 brannte fast die gesamte Stadt nieder. Die vorrückenden französischen Truppen zerstörten die strategischen Verkehrswege – und mit ihnen den Großteil der Innenstadt. Was dann geschah, nennt man bis heute das Wunder von Freudenstadt: Ein beispielloser Wiederaufbau auf historischer Grundlage. Bereits 1950 wurde die Stadtkirche wiedereingeweiht. 1954 das Rathaus – keine zehn Jahre nach Kriegsende war die Stadt wieder aufgebaut.
Der Marktplatz: Deutschlands größter umbauter Platz
Der Freudenstädter Marktplatz misst 219 mal 216 Meter und ist damit der größte umbaute Marktplatz in Deutschland. Entworfen 1599 von Heinrich Schickhardt nach dem Vorbild eines Mühlbrettspiels — von oben sieht der Grundriss tatsächlich so aus. Der Platz wird von Straßen durchkreuzt und ist in drei Teile gegliedert: Oberer Marktplatz, Unterer Marktplatz und Postplatz.
Ursprünglich war in der Mitte des Platzes ein Schloss geplant. Der Tod von Herzog Friedrich I. verhinderte diesen Plan. Übrig blieb der freie Platz – und die Arkadengänge die ihn auf allen Seiten umrahmen. Diese Arkaden sind eines der besonderen Merkmale von Freudenstadt. Bei jedem Wetter kann man unter ihnen entlang schlendern, in die Cafés und Läden schauen, ohne einen Regentropfen abzubekommen.
Auf dem Marktplatz steht seit 1866 ein Mammutbaum. König Wilhelm I. von Württemberg hatte 1864 Samen aus Kalifornien kommen lassen, in der Wilhelma in Stuttgart aufgezogen und dann über das Land verteilt. Der Freudenstädter Mammutbaum ist heute kaum zu übersehen – Mammutbäume können über 100 Meter hoch werden und zählen zu den höchsten Bäumen der Welt.
Im Sommer springen auf dem Marktplatz 50 Wasserfontänen direkt aus dem Boden. Kinder rennen hindurch, Erwachsene laufen barfuss am Rand entlang. Das ist Freudenstadt im Juli: laut, belebt, unbeschwert.
Sehenswürdigkeiten in Freudenstadt
Stadtkirche am Marktplatz
Die Stadtkirche steht in der Ecke des Marktplatzes und ist eines der ältesten Gebäude der Stadt. Ihr Grundstein wurde 1601 gelegt, beim Brand 1945 schwer beschädigt und bereits 1950 wiedereingeweiht. Im Inneren befindet sich ein romanisches Lesepult aus dem 12. Jahrhundert, eines der ältesten Kunstwerke der Region. Der Eintritt ist kostenlos.
Friedrichsturm auf dem Kienberg
Der Kienberg ist der Hausberg von Freudenstadt und steigt bis auf 968 Meter an. Auf dem Gipfel steht der Friedrichsturm, ein kleiner Aussichtsturm mit freiem Blick über die Stadt, den Marktplatz und den Nordschwarzwald. Zu Fuß vom Stadtzentrum ist es ein schöner Aufstieg von rund 45 Minuten. Mit dem Auto fährt man fast bis oben.
Freudenstädter Bähnle
Das grün-weiße Bähnle fährt im Sommer durch die Stadt und gibt einen entspannten Überblick über Marktplatz, Arkaden und Umgebung. Besonders bei Kindern beliebt. Abfahrt am Marktplatz, Fahrplan vor Ort oder auf der Website der Touristinfo prüfen.
Historisches Besucherbergwerk
Die Erzvorkommen die einst die württembergischen Herzöge anlockten, kann man im historischen Besucherbergwerk der Region selbst erkunden. Ein Ausflug der zeigt warum Freudenstadt überhaupt entstanden ist.
Ellbachsee bei Kniebis
Im Stadtteil Kniebis auf fast 1000 Metern Höhe liegt der Ellbachsee, einer der Karseen des Schwarzwaldes. Von der Tourist-Information Kniebis direkt an der B500 führt eine kurze Wanderung zur Aussichtsplattform mit Blick auf den See. Ein schöner Stopp auf dem Weg von der Schwarzwaldhochstraße nach Freudenstadt.
Wandern und Outdoor rund um Freudenstadt
Das Stadtgebiet von Freudenstadt hat durch seine Höhenlage viele Wandermöglichkeiten mit Ausblicken. Markierte Wanderwege führen durch Wälder, über Hügel und zu Aussichtspunkten. Dazu kommen Radwege und Reitwege in allen Schwierigkeitsstufen.
Berghütte Lauterbad
Lauterbad ist ein Stadtteil von Freudenstadt mit eigenem Charme und der gleichnamigen Berghütte. Ein schönes Wanderziel mit Einkehrmöglichkeit und Ausblick über die Täler. Die Hütte ist Ausgangspunkt für weitere Touren in den Nordschwarzwald. Im Winter gibt es in Lauterbad auch einen Skilift.
Von Freudenstadt aus sind viele weitere Schwarzwald-Highlights gut erreichbar. Baiersbronn mit seinen Spitzenköchen und Panoramawanderwegen liegt nur sechs Kilometer entfernt. Die Allerheiligen-Wasserfälle und die Klosterruine sind in rund 50 Minuten zu erreichen.
Freudenstadt mit Kindern
Freudenstadt ist ein ausgezeichnetes Familienziel. Der Marktplatz mit den Wasserfontänen im Sommer ist für Kinder ein freies Spielfeld. Das Freudenstädter Bähnle begeistert jüngere Kinder, und der Spielplatz in der Nähe des Marktplatzes gibt ausreichend Gelegenheit zum Toben.
Das Panoramabad ist bei schlechtem Wetter die perfekte Alternative. Rutschturm, Wellenbad, Schwimmbecken und eine großzügige Saunalandschaft für die Eltern. Eintrittspreise vorab prüfen, es gibt verschiedene Tickets für unterschiedliche Bereiche.
Das historische Besucherbergwerk gibt Kindern einen spannenden Einblick in die Geschichte der Erzförderung im Schwarzwald. Eine gute Kombination mit einem Marktplatz-Besuch am Vormittag.
Häufig gestellte Fragen zu Freudenstadt
Was unternimmt man in Freudenstadt?
Für was ist Freudenstadt bekannt?
Was ist das Wunder von Freudenstadt?
Hat Freudenstadt eine Fußgängerzone?
Wie kommt man von der Schwarzwaldhochstraße nach Freudenstadt?
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