Freiburg im Breisgau — Schwarzwald, Bächle und Münster
Keine andere Großstadt in Deutschland liegt so nah am Schwarzwald wie Freiburg. Vom belebten Münsterplatz bis zum Schlossbergturm mitten im Wald sind es zu Fuß keine dreißig Minuten. 230.000 Einwohner, 30.000 Studierende, das mildeste Klima Deutschlands — und Bächle die durch alle Gassen fließen.
Sandra
Wer in Freiburg in ein Bächle fällt, heiratet laut Volksmund einen Freiburger. Ich achte seitdem sehr sorgfältig auf meine Schritte — obwohl ich Alex ja schon habe.
Der Freiburger Münsterturm ist der einzige mittelalterliche Kirchturm in Deutschland der noch zu Lebzeiten seiner Erbauer fertiggestellt wurde. Begonnen um 1200, 116 Meter hoch, und bis heute begehbar.
Alex
Westrand Südschwarzwald, Dreiländereck
ca. 230.000 (davon 30.000 Studierende)
278 m ü. NN (Zentrum)
ca. 75 km, 55 Minuten
ICE-Halt, direkte Verbindung Karlsruhe/Basel
EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg
Mildestes in Deutschland, Ø 11°C
Eine der fahrradfreundlichsten Städte
Albert-Ludwigs-Universität, gegründet 1457
Verteilt über 7 Plätze der Altstadt
Anfahrt nach Freiburg
Freiburg liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, ist aber ausgezeichnet erreichbar. Die Autobahn A5 verläuft wenige Kilometer westlich des Zentrums und hat drei Ausfahrten direkt in die Stadt: Freiburg Nord, Mitte und Süd. Von Baden-Baden sind es rund 75 Kilometer und knapp eine Stunde Fahrzeit.
Mit dem Zug kommt man bequem an: ICE-Züge auf der Strecke Karlsruhe–Basel halten am Freiburger Hauptbahnhof, der nur zehn Minuten zu Fuß vom Münsterplatz entfernt liegt. Von Karlsruhe dauert die Fahrt etwa 45 Minuten, von Basel rund 30 Minuten.
Für Flugreisende liegt der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg rund 70 Kilometer südlich — ein trinationaler Flughafen mit Verbindungen in alle wichtigen europäischen Städte.
Die Altstadt: Bächle, Tore und mittelalterliche Gassen
Freiburgs Altstadt ist nicht perfekt erhalten — ein Luftangriff im November 1944 zerstörte weite Teile davon. Was die Bombardierung überstand und was danach nach historischem Vorbild wiederaufgebaut wurde, ergibt heute ein Stadtbild das sich nahtlos anfühlt.
Das markanteste Element der Freiburger Altstadt sind die Bächle. Diese schmalen Wasserläufe durchziehen fast alle Gassen des Zentrums. Ursprünglich als mittelalterliches System zur Nutz- und Löschwasserversorgung angelegt, prägen sie heute das Stadtbild und sorgen im Sommer für ein angenehmes Mikroklima. Gespeist werden die Bächle vom Fluss Dreisam. Wer unaufmerksam läuft, fällt hinein — die Freiburger sagen, wer in ein Bächle fällt, heiratet einen Freiburger.
Die Gassen Fischerau und Gerberau entlang des Gewerbebachs sind die ruhigsten und schönsten der Altstadt. Wo einst Fischer und Gerber arbeiteten, sitzen heute Menschen vor kleinen Cafés. Weniger bekannt als die Hauptgassen, dafür umso angenehmer.
Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind noch zwei Türme erhalten: das Martinstor und das Schwabentor. Beide stehen noch in ihrer ursprünglichen Position und rahmen die Altstadt auf beiden Seiten ein. Das Schwabentor am östlichen Ende der Altstadt ist besonders gut erhalten und begehbar.
Münster und Münsterplatz
Das Freiburger Münster ist das Wahrzeichen der Stadt und eines der schönsten gotischen Bauwerke Deutschlands. Der Bau begann um 1200 und dauerte mehrere Jahrhunderte. Der 116 Meter hohe Turm ist der einzige mittelalterliche Kirchturm in Deutschland der noch zu Lebzeiten seiner Erbauer fertiggestellt wurde. Er ist begehbar — wer die enge Wendeltreppe nach oben schafft, hat einen der besten Blicke über Freiburg und in den Schwarzwald.
Rund um das Münster liegt der Münsterplatz, das pulsierende Herz der Stadt. Täglich außer sonn- und feiertags findet hier bis etwa 13 Uhr der traditionelle Wochenmarkt statt. Frische Produkte aus der Region, Schwarzwälder Spezialitäten, Käse, Gemüse, Honig. Und die Lange Rote.
Die Lange Rote ist eine 35 Zentimeter lange Bratwurst die am Münsterplatz gebraten und in einem Brötchen serviert wird. Fein, rauchig, anders als normale Bratwürste. Das ist kein Touristensnack, das ist Freiburger Tradition. Wer den Münsterplatz besucht und keine isst, hat etwas verpasst.
Das Historische Kaufhaus gegenüber dem Münster ist das auffälligste Gebäude am Platz — ein tiefrotes Renaissancegebäude aus dem 16. Jahrhundert mit Arkaden und Türmchen das über Jahrhunderte über das Marktgeschehen gewacht hat.
Schlossberg: Schwarzwald vor der Haustür
Der Schlossberg ist der direkte Übergang von der Stadt in den Schwarzwald. Vom Münsterplatz sind es zu Fuß keine dreißig Minuten bis zum Schlossbergturm, der bereits mitten im Wald steht. Wer die Schlossbergbahn nimmt, ist in wenigen Minuten oben.
Vom Schlossbergturm schweift der Blick über die Dächer Freiburgs, über den Oberrheingraben, bis zu den Vogesen auf der anderen Rheinseite und in den Schwarzwald im Rücken. Bei klarem Wetter einer der schönsten Aussichtspunkte im südlichen Deutschland.
Der Schlossberg selbst ist ein bewaldetes Naherholungsgebiet mit Wanderwegen, Aussichtspunkten und dem Kanonenplatz als erstem Rastpunkt von unten. Im Sommer gibt es auf dem Schlossberg Gastronomie mit Terrasse und Blick über die Stadt.
Schauinsland: Der Hausberg der Freiburger
Mit 1.280 Metern ist der Schauinsland der Hausberg von Freiburg und über Deutschlands längste Kabinenumlaufseilbahn erreichbar. Die Seilbahn startet im Stadtteil Günterstal und bringt Besucher in etwa 20 Minuten auf den Gipfel.
Oben wartet ein anderes Klima, eine andere Landschaft. Im Sommer Wanderwege und Mountainbike-Routen mit Blick bis zum Feldberg, im Winter Skifahren und Rodeln. Der Blick vom Gipfel bei gutem Wetter reicht über den Rhein bis zu den Alpen.
Am Schauinsland gibt es außerdem ein historisches Besucherbergwerk in dem Silber und Blei abgebaut wurde — ein schönes Ziel für Familien mit Kindern das die Geschichte der Region greifbar macht.
Kaiserstuhl: Vulkangestein und wärmste Weinregion Deutschlands
Rund 20 Kilometer westlich von Freiburg erhebt sich der Kaiserstuhl aus der Rheinebene. Dieses kleine Mittelgebirge vulkanischen Ursprungs gilt als die wärmste Weinregion Deutschlands. Geschützt zwischen Schwarzwald und Vogesen profitiert es von einem Mikroklima das Weine wie Spätburgunder, Grauburgunder und Müller-Thurgau auf Weltklasseniveau reifen lässt.
Die Landschaft ist spektakulär: terrassenförmige Rebstöcke an steilen Hängen, weite Blicke über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Der Texas Pass ist ein bekannter Aussichtspunkt wo sich eine kurvige Straße in Schikanen den Hang hinunterwindet — von oben sieht das Muster aus wie ein geworfenes Lasso.
Der Kaiserstuhl ist ein Tagesausflug von Freiburg aus, mit dem Auto rund 30 Minuten, mit der Bahn ebenfalls gut erreichbar. Wer Wein kaufen möchte, fährt direkt zu einem der Winzer in Ihringen, Breisach oder Oberrotweil.
Universitätsstadt und das Quartier Vauban
Die Albert-Ludwigs-Universität wurde 1457 gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Über 30.000 Studierende auf 230.000 Einwohner — das ist eine der höchsten Universitätsdichten in Deutschland und prägt das Freiburger Stadtbild spürbar. Viele kleine Cafés, Buchläden, Fahrräder überall, eine junge und lebendige Innenstadt.
Im Süden der Stadt liegt das Quartier Vauban, auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne errichtet. Ein autoreduziertes Stadtquartier in dem alle Gebäude mindestens nach dem Freiburger Niedrigenergie-Standard gebaut wurden. Das erste Mehrfamilien-Passivhaus Deutschlands steht hier. Wer sich für nachhaltige Architektur und zukunftsfähige Stadtplanung interessiert, findet im Vauban viele Impulse.
Freiburg war 1951 nur kurz Landeshauptstadt des neugegründeten Bundeslandes Baden, bevor Baden und Württemberg zusammengelegt wurden. Seitdem ist Stuttgart Landeshauptstadt — Freiburg blieb was es immer war: die inoffizielle Hauptstadt des Schwarzwaldes und Südbadens.
Ausflüge in den Hochschwarzwald
Freiburg ist ein perfekter Ausgangspunkt für den Südschwarzwald. Alle wichtigen Ziele sind in unter einer Stunde erreichbar, viele davon mit der S-Bahn S1 direkt vom Hauptbahnhof.
Die Ravennaschlucht liegt rund 30 Kilometer östlich. Mit der S-Bahn fährt man bis Himmelreich direkt am Eingang der Schlucht. Das Viadukt der Höllentalbahn, zwei Wasserfälle und historische Mühlen — ein perfekter Halbtag. Der Titisee ist mit der S-Bahn ebenfalls gut erreichbar, rund 45 Minuten ab Freiburg Hauptbahnhof.
Wer den Feldberg besuchen möchte, den höchsten Berg Deutschlands außerhalb der Alpen, fährt von Freiburg mit dem Bus oder Auto in rund 50 Minuten. Der Schluchsee südöstlich von Freiburg ist ideal für Wassersport und Wandern im Südschwarzwald.
Häufig gestellte Fragen zu Freiburg
Was gibt es Schönes in Freiburg?
Warum ist Freiburg so beliebt?
Welche Freiburg gibt es?
Ist Freiburg eine schöne Stadt?
Wie weit ist Freiburg vom Schwarzwald entfernt?
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