Ravennaschlucht: Viadukt, Wasserfälle & Insider-Tipps 2026

Sandra und Alex lokale Guides im Schwarzwald
Von Sandra & Alex • Insider-Update 2026
Eure lokalen Guides aus Baden-Baden mit echten Tipps.
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Die Ravennaschlucht ist eines jener Ziele im Schwarzwald, von denen man denkt man kennt sie – und dann steht man drin und merkt, dass man keine Ahnung hatte. Die Schlucht ist eng, der Bach wild, die Felsen moosbewachsen, und das Viadukt der Höllentalbahn zieht sich in 37 Metern Höhe über das Tal wie etwas aus einem anderen Jahrhundert. Was es ist.

Wir haben die Ravennaschlucht noch vor uns. Wenn wir dort waren, kommen unsere eigenen Fotos und persönlichen Eindrücke dazu. Bis dahin findet ihr hier alles was ihr für euren Besuch wissen müsst: Anfahrt, Wanderweg, Wasserfälle, Weihnachtsmarkt und die Dinge die kein anderer Artikel erwähnt.

📍 Lage: Breitnau, Südschwarzwald
🚗 Start: Hofgut Sternen, Höllsteig 76
🥾 Heimatpfad: 7,2 km, ca. 2,5 Std.
🥾 Nur Schlucht: 4 km, ca. 1,5 Std.
📏 Höhenmeter: ca. 330 hm (Heimatpfad)
🎟️ Eintritt: kostenlos
🚗 Parken: Wanderparkplatz Hofgut Sternen
🐕 Hunde: erlaubt, Leine empfohlen
💧 Wasserfälle: 6 m und 16 m Fallhöhe
🎄 Weihnachtsmarkt: Advent, Tickets vorab
Infografik Ravennaschlucht Schwarzwald: Wanderweg, Wasserfälle und Tipps 2026

Anfahrt zur Ravennaschlucht und Parken

Bester Startpunkt für die Wanderung ist der Wanderparkplatz am Hofgut Sternen, Höllsteig 76, 79874 Breitnau. Von dort startet der Heimatpfad Hochschwarzwald direkt in die Schlucht. Das Hofgut liegt im unteren Bereich der Schlucht, direkt unter dem Viadukt.

Von Freiburg im Breisgau sind es rund 23 Kilometer, etwa 30 Minuten Fahrtzeit. Von Baden-Baden fährt man über die A5 Richtung Freiburg, dann ins Höllental. Die Strecke durch das Höllental selbst ist schon ein Erlebnis: die B31 windet sich durch eine enge Schlucht mit senkrechten Felswänden.

Alternativ funktioniert die Anreise mit der Höllentalbahn hervorragend. Der Bahnhof Himmelreich liegt direkt am Eingang der Ravennaschlucht, der Bahnhof Hinterzarten etwa fünf Kilometer entfernt. Von Freiburg fährt die S-Bahn S1 regelmäßig ins Höllental.

☀️ Hinweis Weihnachtsmarkt: Während des Weihnachtsmarktes in der Ravennaschlucht ist Parken direkt vor Ort kaum möglich. Parkplätze am Bahnhof Hinterzarten oder in Himmelreich nutzen, von dort fahren kostenlose Shuttlebusse zum Markt.
☀️ SommerSchattige Schlucht, ideal an heißen Tagen. Die hohen Tannen spenden kühles Licht. Wanderung unter der Woche weniger überlaufen als am Wochenende. Parkplatz am Hofgut Sternen früh füllen sich.
❄️ WinterIm Winter können Holzstege und Treppenstufen durch Eis und Schnee gefährlich rutschig sein. Winterwanderung nur mit entsprechendem Schuhwerk, generell mit Vorsicht. Der Weihnachtsmarkt ist der Ausnahmefall der sich lohnt.

Die Wanderung durch die Ravennaschlucht

Die Ravennaschlucht ist etwa vier Kilometer lang und ein steiles, schmales Seitental des Höllentals. Der wilde Bach Ravenna schlängelt sich durch die Schlucht, wird mehrfach auf kleinen Holzbrücken überquert, und treibt auf dem Weg nach unten zwei Wasserfälle an. Der Weg führt abwechselnd auf beiden Seiten des Baches entlang, über Stege und Treppenstufen, immer nah am Wasser.

Der Heimatpfad Hochschwarzwald ist die klassische Route durch die Schlucht. Er ist 7,2 Kilometer lang, überwindet rund 174 Höhenmeter und dauert etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. Der Weg führt nicht nur durch die Schlucht, sondern auch an historischen Mühlen, einer Seilerei und alten Sägen vorbei. Informationstafeln erklären entlang des Weges was man sieht.

Wer nur die Schlucht selbst gehen will, startet am Hofgut Sternen unten, läuft bis zum Ende der Schlucht und kehrt auf demselben Weg zurück. Das sind rund vier Kilometer und etwa eineinhalb Stunden inklusive Pausen an den Wasserfällen.

☀️ Hinweis: Festes Schuhwerk ist in der Ravennaschlucht Pflicht, nicht Empfehlung. Die Holzstege und Treppenstufen sind nach Regen rutschig, die Felsen neben dem Bach nass und moosbedeckt. Mit normalen Sneakers macht man keinen Spaß.

Der Weg ist auch für Familien mit Kindern gut geeignet, sofern die Kinder fest auf den Beinen sind. Kinderwagen sind für die Schlucht nicht geeignet. Hunde kommen gut zurecht, sollten aber an der Leine bleiben, besonders an den Stegen über dem Bach.

🔭 Geheimtipp: Die meisten Besucher gehen nur bis zu den Wasserfällen und kehren um. Wer bis zum Ende der Schlucht weiterläuft, kommt an der Großjockenhofmühle vorbei, einem Gebäude von 1883 das noch mit originalem Wasserrad erhalten ist. Wenige kennen es, niemand ist dort.

Die zwei Wasserfälle der Ravennaschlucht

Mitten in der Schlucht, wo die meisten Besucher ihre erste Pause machen, stürzt der Ravennabach über zwei Kaskaden ins Tal. Der kleine Ravenna-Fall hat eine Fallhöhe von sechs Metern, der große Ravenna-Fall überwindet 16 Meter. Beide liegen nah beieinander und sind vom Wanderweg direkt einsehbar.

Was die Wasserfälle besonders macht, ist nicht nur die Höhe sondern der Kontext. Die Schlucht ist an dieser Stelle besonders eng, die Felsen stehen fast senkrecht, das Moos leuchtet grün, und das Wasser hat seinen eigenen Lärm. Man hört die Fälle bevor man sie sieht.

Auf den Felsen und Baumstämmen neben den Wasserfällen lässt sich gut rasten. Das ist der natürliche Pausenpunkt der Wanderung, und die meisten nutzen ihn.

💡 Tipp für Fotografen: Das beste Licht an den Wasserfällen gibt es morgens oder an bewölkten Tagen. Bei direkter Mittagssonne ist der Kontrast zwischen hellem Wasser und dunklen Felsen schwierig. Bewölkt oder früh morgens leuchtet das Moos intensiver und das Wasser hat mehr Details.
☀️ SommerNach regenreichen Perioden führen die Wasserfälle mehr Wasser und sind beeindruckender. In trockenen Sommern können sie schwächer sein. Trotzdem immer sehenswert.
❄️ WinterBei starkem Frost bilden sich Eisformationen an den Felsen rund um die Wasserfälle. Das ist ein seltenes Bild, aber der Weg dorthin ist dann auch gefährlicher.

Das Viadukt der Höllentalbahn: 37 Meter über der Schlucht

Direkt am Eingang der Schlucht, gut sichtbar vom Hofgut Sternen aus, überquert das Ravennaviadukt die Schlucht in 37 Metern Höhe. Es ist Teil der Höllentalbahn, einer der steilsten Bahnstrecken Deutschlands. Das Viadukt wurde im 19. Jahrhundert erbaut und ist bis heute in Betrieb.

Wer Glück hat, erlebt einen Zug der über das Viadukt fährt während man unten in der Schlucht steht. Der Moment wenn ein Regionalzug 37 Meter über einem die Schlucht überquert ist einer der überraschendsten Momente auf dieser Wanderung.

Die Höllentalbahn selbst ist eine Ingenieurleistung. Auf dem Teilstück zwischen Himmelreich und Hinterzarten überwindet die Bahn auf nur 12 Kilometer Länge einen Höhenunterschied von 400 Metern. Das ist die steilste Bahnstrecke Deutschlands. Früher half ein Zahnradantrieb beim Aufstieg, heute schaffen es die modernen Triebwagen allein.

🔭 Geheimtipp Fotostopp: Den besten Blick auf das Viadukt hat man nicht vom Parkplatz, sondern von der kleinen St. Oswald-Kapelle direkt darunter. Die Kapelle wurde 1148 erbaut und steht noch heute. Viadukt im Hintergrund, Kapelle im Vordergrund – das ist das klassische Ravennaschlucht-Foto das kaum jemand macht.

Mühlen, Seilerei und Hofgut Sternen

Die Ravennaschlucht ist kein reines Naturziel. Entlang des Wanderwegs erzählen historische Gebäude von der Wirtschaft früherer Jahrhunderte. Das Wasser des Ravennabachs trieb Mühlen an, transportierte Energie über Seilantriebe auf weiter entfernte Höfe und versorgte die Betriebe der Region.

Die Großjockenhofmühle von 1883 ist das bekannteste dieser Gebäude. Das Wasserrad ist noch erhalten, Informationstafeln erklären wie die Mühle für Mehl, Schrot und Futterkleie genutzt wurde und wie ein Seiltrieb die Wasserkraft über 200 Meter auf den weiter oben gelegenen Hof übertrug. Bis 1941 lief dieser Seiltrieb, dann kam der elektrische Anschluss.

Das Hofgut Sternen am Eingang der Schlucht ist mehr als ein Ausgangspunkt. Es beherbergt eine Glasmanufaktur in der Glasbläser und Glasmacher bei ihrer Arbeit beobachtet werden können. Daneben gibt es das Restaurant für die Einkehr vor oder nach der Wanderung, Übernachtungsmöglichkeiten und das Kuriosum der Gegend: die größte Kuckucksuhr des Hochschwarzwaldes. Zu jeder vollen Stunde erscheint der Kuckuck und lässt ein Schwarzwaldpaar tanzen.

Das Hofgut hat Geschichte. Marie Antoinette übernachtete hier 1770 auf ihrem Weg von Wien nach Versailles. Neun Jahre später nächtigte Johann Wolfgang von Goethe im selben Haus. Ein Gastbuch das sich sehen lassen kann.

Der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht

Einer der bekanntesten und meistfotografierten Weihnachtsmärkte Deutschlands findet direkt unter dem Viadukt der Höllentalbahn statt. Holzhütten mit Kunsthandwerk, regionalen Spezialitäten und weihnachtlichen Waren, alles eingerahmt von der Schlucht, dem Viadukt darüber und stimmungsvoller Beleuchtung. Das Ergebnis ist ein Bild das sich von selbst verbreitet.

Der Markt findet in der Adventszeit statt, in der Regel von Ende November bis kurz vor Weihnachten. Für den Besuch werden Tickets benötigt, vorab auf der Website von Hochschwarzwald Tourismus buchen. Der Markt ist beliebt und Tickets können schnell vergriffen sein.

☀️ Hinweis: Parken direkt an der Schlucht ist während des Weihnachtsmarktes nicht möglich. Parkplätze am Bahnhof Hinterzarten oder in Himmelreich nutzen, von dort fahren kostenlose Shuttlebusse. Frühzeitig planen, die Shuttles sind voll.
🔭 Geheimtipp: Der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht ist abends am schönsten wenn die Beleuchtung des Viadukts und der Hütten voll zur Geltung kommt. Wer tagsüber kommt, sieht ein anderes, helleres Bild. Beides hat seinen Reiz, aber abends ist es das Foto.

Höllental und Hirschsprung: Was ihr noch kombinieren könnt

Die Ravennaschlucht liegt direkt am Höllental, einer der dramatischsten Strecken im Schwarzwald. Die B31 führt durch eine enge Schlucht mit senkrechten Felswänden, wenige Kilometer lang aber kaum vergessbar.

Zwischen der Ravennaschlucht und Falkensteig, auf dem Weg durch das Höllental, liegt der Hirschsprung. An der engsten Stelle der Schlucht, nur neun Meter breit, soll sich der Sage nach ein Hirsch mit einem gewaltigen Sprung vor einem Jäger gerettet haben. Heute erinnert ein bronzener Hirsch auf dem Felsen daran. Ein kurzer Fotostopp der sich lohnt.

Von der Ravennaschlucht sind es wenige Kilometer nach Hinterzarten, einem der bekanntesten Orte im Hochschwarzwald mit der Adlerschanze und zahlreichen Wanderwegen. Wer einen ganzen Tag plant, kombiniert Ravennaschlucht morgens, Mittag in Hinterzarten und nachmittags eine Runde auf dem Hochschwarzwald-Plateau.

Wer weiter südlich möchte, ist in etwa dreißig Minuten am Titisee oder am Feldberg, dem höchsten Berg Deutschlands außerhalb der Alpen.

Häufig gestellte Fragen zur Ravennaschlucht

Wie lange läuft man durch die Ravennaschlucht?

Der Heimatpfad Hochschwarzwald durch die Ravennaschlucht ist rund 7,2 Kilometer lang und dauert etwa 2,5 Stunden. Wer nur die Schlucht selbst geht und am Ende umkehrt, ist nach etwa 4 Kilometern und rund 1,5 Stunden wieder am Ausgangspunkt.

Was kostet der Eintritt in die Ravennaschlucht?

Der Wanderweg durch die Ravennaschlucht ist ganzjährig kostenlos zugänglich. Für den Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht werden Tickets benötigt, vorab auf der Website des Hochschwarzwald Tourismus prüfen.

Was ist das Besondere an der Ravennaschlucht?

Die Ravennaschlucht verbindet auf engem Raum mehrere Highlights: das 37 Meter hohe Viadukt der Höllentalbahn, zwei Wasserfälle von 6 und 16 Metern, historische Mühlen aus dem 19. Jahrhundert, den Kunstpfad und den berühmten Weihnachtsmarkt direkt unter dem Viadukt. Die Schlucht selbst ist eng, grün und wild.

Bis wann geht der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht?

Der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht findet in der Adventszeit statt, in der Regel von Ende November bis kurz vor Weihnachten. Genaue Termine und Tickets vorab auf der Website von Hochschwarzwald Tourismus prüfen, da er jährlich variiert.

Wo parkt man für die Ravennaschlucht?

Bester Startpunkt ist der Wanderparkplatz am Hofgut Sternen, Höllsteig 76, 79874 Breitnau. Für den Weihnachtsmarkt parkt man am Bahnhof Hinterzarten oder in Himmelreich, von dort fahren kostenlose Shuttlebusse zum Markt.

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