War der Artikel hilfreich? Jetzt bewerten ↓
Wir waren Mitte März am Mummelsee. Im Tal war es schon frühlingshaft, aber oben auf 1036 Metern lag noch Schnee. Der Parkplatz war fast leer, der Schwarzwaldladen hatte gerade aufgemacht und am Holzsteg standen wir zu zweit mit Helmen und Blick aufs dunkle Wasser. Kein anderer Tourist, keine Schlange vor dem Tretbootverleih. Genau so wollten wir den Mummelsee sehen.
Der Mummelsee ist einer der bekanntesten Stopps auf der Schwarzwaldhochstraße und hat deshalb im Sommer seinen Preis: viele Menschen, volle Parkplätze, Gedränge am Ufer. Wer früh kommt, unter der Woche kommt oder so wie wir im März kommt, erlebt einen anderen See. Ruhig, dunkel, fast mystisch. Und die Sagen um den Ort passen plötzlich viel besser.
Alex auf dem Roller am Mummelsee-Parkplatz, Schnee noch in Sichtweite, die Sonne schon tief über den Tannen. Sandra am Holzsteg direkt am Wasser. So war es Mitte März 2026. Wer den Mummelsee ohne Menschenmassen erleben will, merkt sich das.
Inhalt
Anfahrt zum Mummelsee und Parken
Der Mummelsee liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße B500, rund 25 Kilometer von Baden-Baden entfernt. Mit dem Roller oder Auto fährt man einfach die B500 entlang, der See ist ausgeschildert und kaum zu übersehen. Parkplätze liegen auf der Südseite direkt beim Berghotel. Im Sommer sind sie kostenpflichtig und füllen sich an Wochenenden schnell.
Mit dem Bus kommt man bequem aus Baden-Baden: der Schnellbus 245 fährt vom Bahnhof Baden-Baden über die Schwarzwaldhochstraße direkt zum Mummelsee. Aus Achern fährt die Panorama-Linie 7123 über Sasbachwalden. Wer die Schwarzwaldplus-Karte hat, kann manche Linien kostenlos nutzen.
Der Mummelsee: Fakten, Sagen und kein einziger Fisch
Der Mummelsee ist ein Karsee, entstanden aus Gletscherbewegungen nach der letzten Eiszeit. Das Gletschereis stürzte über die steile Karwand der Hornisgrinde ins Tal, schuf eine kesselförmige Eintiefung und sammelte sich dort. Der See ist 290 Meter lang, 195 Meter breit und 17 Meter tief. Er liegt auf 1036 Metern Höhe und ist damit der am höchsten gelegene von sieben Karseen im Schwarzwald. Obwohl er über 10.000 Jahre alt ist, hat er sich kaum verändert.
Das Moorwasser der Hornisgrinde ist sauer-torfig, sauerstoffarm und schwefelhaltig. Kein Fisch überlebt darin. In früheren Zeiten war dieser Umstand das Fundament zahlloser Sagen. Nixe, Wassergeister, ein Unterwasserkönig mit Schloss am Seegrund. Wer Steine ins Wasser wirft, so die Sage, bringt den Geist des Sees gegen sich auf und riskiert Unwetter.
Am Holzsteg auf der Ostseite des Sees tritt an Sommertagen der Mummelseegeist auf, ein grünes Wesen mit Dreizack, gut zwei Meter groß. Er ist Fotomotiv und Tradition zugleich. Wir haben ihn im März nicht getroffen, der Steg gehörte uns allein.
Der Name des Sees geht wahrscheinlich auf die Mummel zurück, die gelbe Teichrose (Nuphar lutea). Früher bedeckten sie die Oberfläche des Sees, heute sind sie verschwunden. Manchmal nennen Besucher den See fälschlicherweise Murmelsee. Richtig ist Mummelsee.
Rundweg, Kunstpfad und Holzsteg
Der Rundweg um den Mummelsee ist 800 Meter lang. Das klingt kurz, ist es auch. Ohne Pausen ist man in 20 Minuten einmal herum. Wer am Kunstpfad anhält, die Sagen-Tafeln liest und beim Holzsteg stehenbleibt, braucht 30 bis 45 Minuten. Der Weg ist gut befestigt und für Menschen mit Gehbeeinträchtigungen weitgehend geeignet.
Die Nordseite des Weges ist besonders schön. Hier sind die Wurzeln der Uferbäume vom Moos und Flechten überwachsen, das Wasser liegt dunkel und still daneben. An bewölkten Tagen wirkt dieser Abschnitt wie aus einer anderen Zeit.
Seit 1999 gibt es entlang des Ufers den Kunstpfad Mummelsee. Internationale Künstler haben Werke aus natürlichen Materialien geschaffen, die seitdem der Witterung ausgesetzt sind. Die Natur hat sie verändert, patiniert, teilweise zurückerobert. Das Ergebnis ist ein Zusammenspiel aus Kunst und Landschaft das man so kaum woanders findet.
Holzofenbrot und Schwarzwaldladen
Der Schwarzwaldladen beim Berghotel ist mehr als ein Souvenirladen. Neben Kuckucksuhren, Kirschwasser und Schwarzwälder Schinken gibt es hier etwas das wir jedem empfehlen: das Holzofenbrot.
Am Backhäusel neben dem Laden steht ein Holzofen. Im Sommer wird dort mehrmals täglich Brot auf traditionelle Art gebacken. Das Brot kommt frisch aus dem Ofen, die Kruste knackt, der Geruch zieht über den ganzen Parkplatz. Man kann es direkt vor Ort essen oder mit nach Hause nehmen. Samstags dürfen Kinder beim Backen mitmachen.
Im Sommer gibt es außerdem einen Bootsverleih auf der Südseite des Sees. Von Mai bis Oktober können Ruder- und Tretboote ausgeliehen werden, täglich von 10 bis 18 Uhr. Inhaber der Schwarzwaldplus-Karte können kostenlos ein Boot mieten. Das Hotel an der Südseite hat ein Restaurant mit Terrasse direkt am Wasser, ein schöner Abschluss nach dem Rundweg.
Aufstieg zur Hornisgrinde: Drei Kilometer durch das Hochmoor
Wer mehr als den Rundweg will, steigt von der Südseite des Mummelsees zur Hornisgrinde auf. Der Grindenpfad führt rund drei Kilometer durch das Hochmoor bis zum Gipfel auf 1164 Metern, dem höchsten Punkt des Nordschwarzwaldes. Der Weg ist gut ausgeschildert und dauert je nach Tempo etwa eine Stunde.
Entlang des Weges stehen Lehrtafeln über das Hochmoor und die Tierwelt der Grinden. Oben wartet der Hornisgrindeturm, täglich außer montags geöffnet, Eintritt kostenlos, für den Aufstieg in den Turm wird ein kleiner Beitrag fällig. Der Bismarckturm direkt auf dem Gipfel ist frei zugänglich und hat Informationstafeln mit dem was man von dort sieht.
An klaren Tagen reicht der Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen. Im Mai bis Oktober fährt am Wochenende ein Bus vom Mummelsee direkt zum Hornisgrindeturm, wer nicht zurückwandern möchte.
Mummelsee: Wann lohnt sich der Besuch wirklich?
Der Mummelsee lohnt sich das ganze Jahr. Aber der Charakter des Besuchs ist je nach Jahreszeit sehr unterschiedlich.
Im Herbst sorgt morgendlicher Nebel über dem See für eine besondere Atmosphäre. Der Nebel liegt dann oft nur im Tal, während es am Mummelsee klar und sonnig ist. Die Webcam hilft bei der Entscheidung ob sich die Fahrt lohnt.
Im Frühling, wenn der Schnee gerade schmilzt und der erste Schnee noch liegt wie bei uns im März, ist der See fast leer und die Luft nach Tannen und kaltem Wasser. Das ist unser liebster Moment hier oben.
Häufig gestellte Fragen zum Mummelsee
Was macht man am Mummelsee?
Am Mummelsee kann man den Rundweg ums Ufer gehen (800 Meter, rund 20 Minuten), im Sommer Tretboot fahren, den Kunstpfad entlang des Ufers erkunden, im Schwarzwaldladen Holzofenbrot kaufen und von der Südseite zur Hornisgrinde aufsteigen. Im Winter ist der zugefrorene oder schneebedeckte See ein besonderes Erlebnis.
Wie lange geht man um den Mummelsee?
Der Rundweg um den Mummelsee ist rund 800 Meter lang und dauert ohne Pausen etwa 20 Minuten. Wer am Kunstpfad anhält, die Sagen-Tafeln liest und beim Holzsteg eine Pause macht, rechnet mit 30 bis 45 Minuten.
In welcher Stadt liegt der Mummelsee?
Der Mummelsee liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Seebach im Ortenaukreis, direkt an der Schwarzwaldhochstraße B500 zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Er liegt auf 1036 Metern Höhe unterhalb der Hornisgrinde.
Kann man am Mummelsee baden?
Nein, Baden im Mummelsee ist nicht erlaubt. Das Wasser steht unter Naturschutz. Im Sommer gibt es jedoch einen Bootsverleih für Ruder- und Tretboote von Mai bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr.
Warum hat der Mummelsee keine Fische?
Das Moorwasser der Hornisgrinde ist sauer-torfig, sauerstoffarm und enthält zu viel Schwefel für Fische. Dieser Umstand hat früher zu vielen Sagen über den geheimnisvollen See beigetragen.
🌊 Warst du schon am Mummelsee?
Sag uns wie es war, ein Klick reicht völlig.
Danke, dass du Teil von Kulando bist!
Schau auch unsere anderen Tipps an:
⛰️ Hornisgrinde ·
🛣️ Schwarzwaldhochstraße ·
Alle Tipps