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Der Schwarzwald hat mehr Wasserfälle als die meisten ahnen. Über mehrere hundert gibt es insgesamt, von kleinen Rinnsalen die im Sommer fast versiegen bis zu mächtigen Kaskaden die man noch 500 Meter entfernt hört. Wir haben die schönsten besucht, einige mehrfach und bei verschiedenem Wetter, und sagen euch ehrlich welcher sich wirklich lohnt, welcher überfüllt ist und welcher euch überraschen wird.
Auf dieser Seite findet ihr alle zehn Wasserfälle die ihr kennen solltet, geordnet nach Region, mit konkreten Infos zu Anfahrt, Eintritt, bester Jahreszeit und welcher Wasserfall zu welchem Besucher passt. Für die Wasserfälle bei denen wir schon vor Ort waren gibt es eigene Detailartikel mit allem was ihr braucht.
Wusstest du schon:
Bei den Allerheiligen-Wasserfällen gibt es einen Moment kurz nach der zweiten Brücke wo man gleichzeitig zwei Fallstufen sieht und das Wasser von beiden Seiten hört. Den findet man nicht auf Fotos. Den muss man selbst erleben.
Herzensmensch
Die Triberger Wasserfälle fallen 163 Meter tief über sieben Kaskaden. Das ist mehr als dreimal die Höhe des Kölner Doms. Und trotzdem kennen sie im Ausland kaum jemand. In Deutschland sind sie die höchsten Wasserfälle überhaupt.
Zahlenmensch
Inhalt
Wasserfälle im Schwarzwald: welcher passt zu dir?
Nicht jeder Wasserfall ist für jeden. Wer mit Kinderwagen unterwegs ist braucht andere Infos als wer mit Wanderstiefeln eine Schlucht durchquert. Wer fotografiert will das beste Licht kennen. Wer Ruhe sucht muss wissen wann und wo die Massen nicht sind. Diese Übersicht hilft euch zu entscheiden bevor ihr ins Auto steigt.
Für Familien mit kleinen Kindern: Geroldsauer Wasserfall ist der zugänglichste, fast eben, kurz, ohne Stufen. Triberg hat ausgebaute Wege mit Geländer. Sankenbach bei Baiersbronn ist einzigartig weil Kinder dort selbst die Holzschleuse öffnen und den Wasserfall auslösen können, das gibt es sonst nirgendwo.
Für Wanderer die Strecke wollen: Edelfrauengrab und der Karlsruher Grat darüber ergeben eine komplette Halbtages-Tour mit Klettersteig. Allerheiligen lässt sich mit der Klosterruine und dem Engelsfelsen zu einem lohnenden Rundweg verbinden. Die Lotenbachklamm im Südschwarzwald ist für die meisten komplett unbekannt und zeigt einen Wasserfall in absoluter Ruhe.
Für Fotografen: Burgbachwasserfall bei Bad Rippoldsau fällt 15 Meter senkrecht über eine Granitwand, das ist selten. Todtnauer Wasserfall stürzt 97 Meter herab und ist von zwei Seiten erreichbar, von unten und von oben, zwei völlig verschiedene Bilder. Allerheiligen ist im Gegenlicht am Morgen ein Ausnahmemotiv.
Wasserfälle im Nordschwarzwald
Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau
Die Allerheiligen-Wasserfälle sind die spektakulärsten im Nordschwarzwald. 83 Meter stürzt das Wasser über sieben Kaskaden in die Tiefe, der komplette Fall beträgt rund 100 Meter. Sie wurden 1840 zur Zeit der romantischen Reisen erschlossen und gehören seitdem zu den bekanntesten Naturzielen im Schwarzwald. Der Rundweg führt mit Holzbrücken und Treppen durch die Schlucht hinauf zum ehemaligen Kloster Allerheiligen, weiter zum Engelsfelsen und zurück. Wer von unten nach oben geht sieht die Wasserfälle immer vor sich, das ist die bessere Richtung.
Wir waren im März 2026 dort. Die Schlucht war feucht, die Steine glitschig nach Regen der Woche davor. Festes Schuhwerk ist Pflicht, keine Diskussion. Der Moment kurz nach der zweiten Brücke wo zwei Fallstufen gleichzeitig sichtbar sind und das Wasser von beiden Seiten kommt, der entschädigt für jeden Schritt auf dem Weg dorthin.
→ Kompletter Guide: Allerheiligen-Wasserfälle mit Anfahrt, Wanderweg und allen Tipps
Unsere Eindrücke von März 2026 ↓
Geroldsauer Wasserfall bei Baden-Baden
Der Geroldsauer Wasserfall liegt im Stadtgebiet von Baden-Baden, nur wenige Kilometer vom Kurhaus entfernt. Der Grobbach fließt über 1,5 Kilometer durch einen Wald mit moosbedeckten Findlingen aus der Eiszeit, das Wasser ist klar und kalt. Wer die Hobbit-Filme gesehen hat versteht sofort warum der Vergleich mit dem Auenland so oft gemacht wird. Der Weg ist flach, gut ausgebaut und auch mit Kinderwagen machbar. An heißen Sommertagen ist es hier spürbar kühler als in der Stadt.
→ Kompletter Guide: Geroldsauer Wasserfall mit Anfahrt, Wanderweg und allen Tipps
Eindrücke vom Geroldsauer Wasserfall ↓
Gertelbach-Wasserfälle im Bühlertal
Die Gertelbach-Wasserfälle liegen im Bühlertal-Obertal in Richtung Schwarzwaldhochstraße. Sie sind weniger spektakulär als Allerheiligen, aber der Weg dorthin als Rundwanderung ist ein echtes Familienprogramm. Die Fallstufen des Gertelbachs sind bescheiden, dafür ist die Stimmung im Tal besonders. Moosige Steine, dichter Wald, wenig Publikum unter der Woche.
Edelfrauengrab-Wasserfälle im Gottschlägtal bei Ottenhöfen
Die Edelfrauengrab-Wasserfälle verdanken ihren Namen einer natürlich entstandenen Auskolkungshöhle direkt neben einer der Fallstufen. Die Sage erzählt von einer untreuen Edelfrau die hier ihr gewaltsames Ende fand. Ob das stimmt weiß niemand, aber der Name bleibt. Der Wasserfall hat sechs Fallstufen zwischen 2,5 und 9 Metern, verteilt auf eine verwinkelte Porphyrschlucht. Wer oben ankommt kann weiterwandern zum Karlsruher Grat, einem Klettersteig mit Abenteuerfaktor. Die gesamte Tour mit Klettersteig ist rund 12 Kilometer lang.
Burgbachwasserfall bei Bad Rippoldsau
Der Burgbachwasserfall ist einer der eindrucksvollsten im Schwarzwald und gleichzeitig einer der am wenigsten bekannten. 15 Meter fällt das Wasser senkrecht über eine von Granitfelsen umgebene Felswand, die Gesamthöhe beträgt 32 Meter. Der Weg dorthin führt über eine große Blockhalde, flankiert von hohen Nadelbäumen. Wer freie Wasserfälle ohne viele Stufen sucht findet hier einen der schönsten im gesamten Schwarzwald.
→ Kompletter Guide: Burgbachwasserfall mit Anfahrt, Wanderweg und allen Tipps
Sankenbach-Wasserfall bei Baiersbronn
Der Sankenbach-Wasserfall ist der einzige im Schwarzwald bei dem Besucher selbst eingreifen können. Wer die Holzschleuse am Sankenbachsee öffnet, löst den Wasserfall aus. Das Wasser stürzt dann über 40 Meter die Karwand hinab. Für Kinder ist das ein unvergesslicher Moment. Der Wasserfall liegt an der Seensteig-Etappe 1 des Baiersbronner Himmelswegs, er lässt sich gut mit einer längeren Wanderung verbinden.
Wasserfälle im Mittleren Schwarzwald
Triberger Wasserfälle in Triberg
Die Triberger Wasserfälle sind Deutschlands höchste Wasserfälle und das Aushängeschild des mittleren Schwarzwalds. 163 Meter Fallhöhe, sieben Kaskaden, das Wasser der Gutach stürzt über mächtige Granitstufen in den Talkessel von Triberg. Das Areal ist täglich bis 22 Uhr beleuchtet, was einen Abendbesuch zu einer anderen Erfahrung macht als der Mittagsandrang. Wer früh morgens vor 9 Uhr oder abends nach 19 Uhr kommt, hat die Kassenhäuschen geschlossen und zahlt keinen Eintritt. Der Parkplatz am Scheffelplatz ist außerhalb dieser Zeiten ebenfalls kostenlos.
Zweribach-Wasserfälle östlich von Freiburg
Die Zweribach-Wasserfälle sind kaum bekannt außerhalb der Region, obwohl sie zu den schönsten im Schwarzwald gehören. In drei Fallstufen von 8, 3 und 15 Metern stürzt das Wasser des Zweribach ins Simonswälder Tal. Der Weg beginnt an der Bushaltestelle Obersimonswald beim Gasthaus Engel und führt rund 2 Kilometer durch einen alten Bannwald mit umgestürzten Bäumen und bemoosten Felsen. Festes Schuhwerk ist Pflicht, der Weg ist nichts für Sandalen.
→ Kompletter Guide: Zweribach Wasserfälle mit Anfahrt, Wanderweg und allen Tipps
Wasserfälle im Südschwarzwald
Todtnauer Wasserfall
Der Todtnauer Wasserfall stürzt 97 Meter in die Tiefe und ist damit nach den Triberger Wasserfällen der zweithöchste im Schwarzwald. Er ist von zwei Seiten zugänglich: von unten mit Blick auf die fallenden Wassermassen, und von oben mit Blick ins Tal. Beide Perspektiven sind grundverschieden und beide lohnenswert. Der Wasserfall ist ganzjährig begehbar, im Winter mit Eiszapfen ein außergewöhnliches Motiv für Fotografen.
Menzenschwander Wasserfälle im Kleinen Wiesental
Im Norden von Menzenschwand hat sich die Menzenschwander Alb in einen harten Felsriegel aus Granitporphyr eingegraben. Bei der Durchquerung des Felsriegels bildet der Fluss mehrere Wasserfälle. Der Ort ist abgelegen, der Weg wenig ausgebaut, die Besucher zahl entsprechend gering. Wer absolute Ruhe an einem Wasserfall sucht und bereit ist dafür einen wenig frequentierten Weg zu nehmen, findet hier was er sucht.
Lotenbachklamm im Südschwarzwald
Die Lotenbachklamm ist eine wildromantische Klamm im Südschwarzwald, wenig dokumentiert, wenig besucht und genau deswegen einen Besuch wert. Das Wasser bahnt sich seinen Weg durch enge Felspassagen, die Klamm selbst ist schmal und feucht. Wer Abenteuer in der Natur sucht ohne Touristeninfrastruktur, ist hier richtig. Wanderschuhe und Regenkleidung sind Pflicht, keine Ausnahme.
Alle 10 Wasserfälle im Schwarzwald auf einen Blick
Eine schnelle Orientierung für alle die noch unentschlossen sind:
Wann ist die beste Zeit für Schwarzwald Wasserfälle?
Die ehrliche Antwort: nach Regen und im Frühjahr. Die Schneeschmelze von März bis Mai bringt alle Bäche auf Höchststand. Wer die Wasserfälle bei vollem Wasserstand sehen will, plant den Besuch nach einer Regenperiode. Im Hochsommer bei wochenlanger Trockenheit sind manche Wasserfälle deutlich schwächer als auf den Fotos die im Internet kursieren.
Für Fotografen ist das Morgenlicht im Frühjahr das beste. Wenig Besucher, Moos und Fels noch feucht vom Tau, weiches Licht ohne harte Schatten. Herbst ist die zweite gute Jahreszeit, das Laub der Laubbäume rund um die Wasserfälle bringt Farbe ins Bild.
Winter lohnt sich bei den richtigen Wasserfällen. Triberg mit Abendbeleuchtung im Schnee, Burgbach mit Eiszapfen an der Granitwand, Todtnau halb vereist von oben fotografiert. Wer im Winter an Wasserfälle geht muss mit rutschigen Wegen rechnen, Wanderstöcke und gutes Schuhwerk sind Pflicht.
Häufig gestellte Fragen zu Wasserfällen im Schwarzwald
Wie heißt der größte Wasserfall im Schwarzwald?
Die Triberger Wasserfälle im mittleren Schwarzwald sind mit 163 Metern Fallhöhe und sieben Kaskaden die höchsten Wasserfälle Deutschlands. Die Allerheiligen-Wasserfälle im Nordschwarzwald gelten mit rund 100 Metern Gesamthöhe als spektakulärste Wasserfälle des Nordschwarzwalds.
Wann ist die beste Zeit um Wasserfälle im Schwarzwald zu besuchen?
Die beste Zeit für Schwarzwald Wasserfälle ist Frühjahr nach der Schneeschmelze (März bis Mai) und nach starken Regenfällen. Dann führen alle Wasserfälle am meisten Wasser. Im Sommer sind die Wasserfälle bei Trockenheit oft schwächer. Im Winter bieten vereiste Wasserfälle ein besonderes Bild, manche Wege sind dann aber rutschig.
Welche Wasserfälle im Schwarzwald sind kostenlos?
Die meisten Schwarzwald Wasserfälle sind kostenlos zugänglich: Allerheiligen-Wasserfälle, Geroldsauer Wasserfall, Gertelbach-Wasserfälle, Edelfrauengrab-Wasserfälle, Burgbachwasserfall, Todtnauer Wasserfall, Zweribach-Wasserfälle und Menzenschwander Wasserfälle. Die Triberger Wasserfälle sind kostenpflichtig, die Eintrittspreise vorab auf der Website der Tourist-Info Triberg prüfen.
Welche Wasserfälle im Schwarzwald sind besonders familienfreundlich?
Besonders familienfreundlich sind die Geroldsauer Wasserfälle bei Baden-Baden mit einem flachen, kinderwagentauglichen Weg am Bach, die Triberger Wasserfälle mit ausgebauten Wegen und Holzbrücken sowie die Allerheiligen-Wasserfälle mit einem gut gesicherten Rundweg durch die Schlucht. Der Sankenbach-Wasserfall bei Baiersbronn ist einzigartig: Kinder können dort selbst die Holzschleuse öffnen und den Wasserfall auslösen.
Gibt es versteckte Wasserfälle im Schwarzwald die weniger besucht sind?
Zu den weniger bekannten Wasserfällen im Schwarzwald gehören die Lotenbachklamm im Südschwarzwald, die Menzenschwander Wasserfälle im Kleinen Wiesental und der Zweribach-Wasserfall östlich von Freiburg. Diese drei sehen deutlich weniger Besucher als Triberg oder Allerheiligen und bieten ein ruhigeres Naturerlebnis.
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